Seit 2002: ECDL für krebskranke Kinder und Jugendliche

Wir bieten krebskranken Kindern und Jugendlichen die Möglichkeit, die Ausbildung zum "ECDL (Europäischer Computerführerschein) für krebskranke Kinder und Jugendliche" zu absolvieren (zum ORF €CO-Fernsehbericht). Unsere Ambition dabei ist es, nicht allein mit Geldspenden, sondern auch mit Einsatz, Engagement und unserem Know-how in der Aus- und Weiterbildung substanzielle Hilfe zu leisten. Die Initiative wurde 2002 als Pilotprojekt vom St. Anna Kinderspital, der Wiener Kinder-Krebs Hilfe und die Berater® ins Leben gerufen und in Kooperation mit der Österreichischen Computergesellschaft (OCG) realisiert. 2005 wurde es auf weitere Bundesländer ausgeweitet und findet seither in Kooperation mit der Österreichischen Kinder-Krebs-Hilfe, verschiedenen Kliniken und der Österreichischen Computer Gesellschaft (OCG) statt. Wir sind im Rahmen von Projektmanagementprozessen durch die Geschäftsführung und sechs MitarbeiterInnen federführend vertreten. Im Rahmen dieses Projektes gibt es auch eine Ausstellung von Bildern, die von krebskranken Kindern und Jugendlichen und ehemaligen KrebspatientInnen gemalt wurden, samt Versteigerung zugunsten Kinder-Krebs-Hilfe. Und damit die Hilfe weiter geht: im Charity Bildershop können Sie die Werke weiterhin kaufen.

Therapeutische Erfolge

Das Projekt zeigt einen deutlich positiven Einfluss - nicht nur auf den Genesungsprozess der an Krebs erkrankten Kinder und Jugendlichen sondern auf das gesamte Umfeld mit Eltern, Geschwistern, Verwandten und FreundInnen. Die Beschäftigung mit einem neuen Thema, die Auseinandersetzung mit Personen außerhalb des Krankenhauses, das gemeinsame Lernen und die Erfolgserlebnisse bei Prüfungen bilden eine willkommene Ablenkung vom Krankheits- und Klinikalltag. Neue und motivierende Perspektiven eröffnen sich.

Individuelles Lernen

Die Ausbildung zum ECDL findet je nach Gesundheitszustand und Behandlungsphase im Spital, in den Räumlichkeiten der Kinder-Krebs-Hilfe oder zu Hause zu statt. Das Projekt ist länderübergreifend organisiert. Ein Kind, das zum Beispiel in Salzburg mit der Ausbildung beginnt und zur weiteren Therapie in eine Grazer Klinik kommt, kann diese dort nahtlos fortsetzen. Während des Spitalsaufenthalts wird in Gruppenworkshops oder direkt am Krankenbett gearbeitet. Ein duales Lernsystem – das so genannte „blended learning“ – kommt dabei zum Einsatz. Die Ausbildung wird mit einem international anerkannten Zertifikat abgeschlossen. Aufgrund einer Sondergenehmigung der OCG können die Prüfungen sowohl am Krankenbett als auch zu Hause abgenommen werden. Alle TrainerInnen sind geprüfte ECDL-BeurteilerInnen. Neben der fachlichen Qualifikation wird auf die sozialen und pädagogischen Kompetenzen der TrainerInnen geachtet.

Eckdaten des Projektes

Von 2002 bis 2009 haben 300 TeilnehmerInnen mit der Ausbildung zum Europäischen Computerführerschein begonnen. Davon haben bis jetzt 96 Kinder und Jugendliche das ECDL Core Abschlusszertifikat erhalten (sieben Module), neun TeilnehmerInnen haben den ECDL Advanced, vier den ECDL ImageMaker, zwei das Typing Certificate und zwei TeilnehmerInnen den ECDL WebStarter absolviert. Insgesamt wurden bisher über 798 Teilprüfungen absolviert.

Die Österreichische Computer Gesellschaft veranstaltet einmal jährlich eine offizielle Verleihung der Zertifikate an die Kinder und Jugendlichen in großem Rahmen.

„... Mein Sohn Johannes ist im September 2005 an akuter lymphatischer Leukämie erkrankt und im St. Anna Kinderspital behandelt worden. Im Rahmen des Kinder-Krebs-Hilfe-Projekts “e-learning“ konnte er den ECDL-Core erwerben. Die Schulungen fanden im Spital am Krankenbett statt. Wenn es Johannes besser ging und er zu Hause sein konnte, ist sein Trainer Stefan Kremser sogar zu uns ins Haus gekommen. Stefan ging immer sehr gut auf den Gesundheitszustand von Johannes ein. Wenn die Konzentrationsfähigkeit einmal nicht so gut war, ist die Einheit kürzer ausgefallen, dafür war vielleicht beim nächsten Mal gleich doppelt so viel auf dem Programm. Die Prüfungen wurden ebenso entweder zu Hause oder am Krankenbett durchgeführt. Diese Zeit war auf jeden Fall immer eine Ablenkung von der schweren Krankheit. Außerdem konnte Johannes in der Schule vom ECDL profitieren, da in seiner Klasse auch die Schulung für den Computerführerschein Pflicht war und er sich daher bei seinem verspäteten Eintritt in das Schuljahr diese Schulstunden ersparen konnte. Als bei Johannes im Dezember 2007 ein Rückfall diagnostiziert wurde, kam der Trainer Stefan Kremser vorbei und fragte Johannes, ob er nicht den ECDL Advanced machen möchte. Nun hat Johannes – trotz Knochenmarkstransplantation – schon 3 der 4 Module mit Erfolg abgeschlossen.Ich bin der Kinderkrebshilfe, der Firma  und im Besonderen dem Trainer Stefan Kremser sehr dankbar, dass Johannes diese Projekte durchführen konnte. Es waren immer wieder abwechslungsreiche Stunden, obwohl es für Stefan sicherlich oft nicht leicht war, die Zeit einzuteilen, weil oft erst am selben Tag klar war, dass Johannes die Trainingsstunden aufgrund des Gesundheitszustandes nicht durchführen konnte ...“         

Martina Stranz